Hessisches Kulturgut – Das Frankfurter Kreuz

Das Kreuz mit der Vorfahrt

Von Verkehrsregeln hielt man in Hessen immer wenig. Zur Zeit der Pferdefuhrwerke, Kutschen und Handkarren wurden Vorfahrt, Geschwindigkeit und andere offene Fragen stets vor Ort und verbal geklärt, wozu dem Einheimischen ein blumiges Potpourri an Beschimpfungen, Beleidigungen und üblen Nachreden zur Verfügung stand.

Die Auseinandersetzungen wurden in der Regel mit großer Vehemenz geführt – nicht zuletzt da die eingebrachte Leidenschaft als entscheidend für den Ausgang des Verfahrens galt – und dauerten nicht selten Stunden, manchmal gar Tage. Es würde nicht wundern, wenn ein detailversessener Historiker eines Tages herausfinden würde, dass einzelne Fälle von strittiger Vorfahrt oder des Haltens an ungünstiger Stelle vom Vater auf den Sohn und weiter auf die folgenden Generationen vererbt worden sind. Goethe hat beides, schleppend sich hinziehende Gerichtsverfahren und Verkehrsbehinderungen, auf den Punkt gebracht: „Hessisches Kulturgut – Das Frankfurter Kreuz“ weiterlesen